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Flugtag 2004

Engel, alte Tanten und Lötlampen

Die "Besetzungsliste" deckt die gesamte unter dem Stichwort "Faszination Fliegen" zusammengefasste Palette ab. Das Feld der "dicken Brummer" führt eine Transall der Bundesluftwaffe an. Diese unverwüstlichen Transporter der "German Air Force", auch unter dem Namen "Engel der Lüfte" bekannt, sind seit vielen Jahrzehnten rund um den Globus im logistischen und humanitäre Einsatz. Ein paar Jährchen mehr auf dem Buckel, pardon, den Flächen hat die legendäre "Tante Ju". Eines der wenigen in Europa noch flugtauglichen Exemplare kommt eigens aus der Schweiz auf den Westerwald. Der "Wellblechbomber" öffnete seinen voluminösen Bauch, um Passagiere über's schöne Mittelhessen zu kutschieren. Eine Gelegenheit, die so schnell nicht wieder kommt, zumal zu diesen Konditionen, ein 40 minütiger Rundflug war für 160 EUR zu haben. Anderorts müssen Nostalgiker unter den Aero-Fans beträchtlich mehr für ein solch einzigartiges Vergnügen berappen.

Die "Eichhörner" ziehen alle Register

Etwas schnittiger, und auch ein klein wenig schneller ist die LET-39 "Albatros", ein aus Tschechien stammender Düsentrainer, mit dem Walter Eichhorn über die "Hub" fegt. Letzterer, so eine Art "Ikone" der heimischen Luftfahrtszene, ist an diesem Tag gleich in doppelter Mission unterwegs. Zusammen mit seinem Filius Toni hat der sympathische "Stifftekopp" zudem ein atemberaubendes Kunstflugprogramm hingelegt. Die beiden Eichhörner fliegen baugleiche Maschinen vom Typ North American AT-6 Texan. Diese Kraftbolzen wurden bereits in den späten 30-er Jahren konstruiert und haben Generationen von Piloten als "fliegendes Klassenzimmer" gedient. Und noch ein drittes Exemplar davon findet sich auf der Flugtagliste. Die gelbe Harvard T6 mit ihrem Team Georg Raab, Armin Iffland "Charly" Krüger und Robert Fritsch. Im wahrsten Sinne des Wortes Feuer unter Hintern hat auch die Galeb 2, eine weitere "Lötlampe" und quasi das jugoslawischen Pendant zur Düsen-Albatros.

Kunstflug mit und ohne Motor

Eine aus den Niederlanden kommende Vierer-Formation "Piaggios" wird für einen weiteren optischen Leckerbissen sorgen. Sehenswerte Vertreter aus der Mottenkiste der Luftfahrt sind ferner eine "Tiger Moth", eine "Bücker Jungmann", eine "ME 108 Taifun" und eine Boeing "Stearman". Bei letzterer handelt es sich um einen betagten, offenen Doppeldecker, mit dem ebenfalls Rundflüge möglich sind. Cabrio-Fliegen nennt man so etwas. Die russischen Flugzeugbauer von früher sind u.a. mit einer YAK 11 vertreten. Dagegen wirkt die Extra 300 von Dirk Sonnenberg wie ein Youngster. Bei dieser Maschine handelt es sich um eine hochgezüchtete, Motorkunstflugmaschine, die zu den wendigsten und leistungsstärksten ihrer Art zählt. Dagegen nicht mehr so ganz "taufrisch" und vom Design her etwas gewöhnungsbedürftig ist die zweimotorige "Dove" aus dem Hause "de Havilland". Mit der "Zlin 50" hingegen schraubte sich mit Hessenmeister Helmut Neuf am Knüppel eine weitere, reinrassige Kunsflugmaschine in den Himmel. Für die lautlose Variante dieser faszinierenden, luftsportlichen Disziplin sorgt Lokalmatador Michael Göst mit seiner "Lo 100". Und der Polizeihauptkommissar hatte gleich noch zwei ehemalige Mannschaftskollegen aus der Nationalmannschaft nach Breitscheid beordert. Vize-Weltmeister Henry Bohlig und sein "Rottenflieger" Mike Rottland demonstrierten in zwei "Swifts" Segelakrobatik syncron. Selbstverständlich steuerten die auf der Hub beheimateten Fallschirmsportler ebenfalls ihr Schärflein bei.

Eine ganze Flotte ziviler und militärischer Hubschrauber

Und last, but not least: die "Rotor- und "Teppichklopfer"-Fraktion. Nicht weniger als acht zivile und militärische Helicopter modernster Bauart "hooverten" über dem Platz, wobei sich der Name "Hub-Schrauber" aber nicht von der Bezeichnung des Verkehrslandeplatzes ableitet. Die LSG hatte dahingehend sowohl die Bundesluftwaffe als auch Bundesgrenzschutz, Polizei, ADAC, US-Army und Französische Luftwaffe mobilisieren können. Das Hauptprogramm an diesem 29. August begann um 13.30 Uhr. Der Eintritt, Parkgebühr inklusive, betrug 10 EUR. Kinder unter vierzehn Jahren staunten gratis. Für Samstag (28. August) luden die Haus- und Platzherren bei freiem Eintritt zum "Tag der offenen Tür". Die meisten der an der Airshwo treilnmehmenden Maschinen konnten dann bereits am Boden und zum Teil bei Trainingsflügen bewundert werden. Abends ab 20 Uhr spielten dann die "Wanderers" im Rahmen eines zünftigen Fliegerfestes zum Tanz auf.

Die North American B-25 "Mitchell"

Imposanter Weltkriegsbomber in friedlicher Mission über der Breitscheider "Hub" Für passionierte Aero-Fans, aber nicht nur für solche, ist sie schlicht "ein Traum von einem Flugzeug". Imposant und schnittig, kraftstrotzend und martialisch. Die North American B-25 "Mitchell" ist trotz ihrer stattlichen Abmessungen (Spannweite: 20,57 Meter,; Länge: 16,12 Meter; Höhe: 34,80 Meter) ein "Klein-od".- Gerade mal noch zwei flugfähige Exemplare dieses einst so gefürchteten mittelschweren Bombers und Tiefangriffsflugzeugs brummen noch am Himmel Europas -aber in durch und durch friedlicher Mission. Angesichts dieses, von zwei mächtigen 1850 PS-Doppelsternmotoren angetriebenen Veteranen geraten Luftfahrtenthusiasten in unkontrolliertes Schwärmen. Der dicke Brummer ist der bestaunte Star auf jedem Warbird- und Veteranentreffen zwischen Nordkap und Sizilien. Und deshalb sind die Breitscheider Luftsportler natürlich stolz wie die Panther, diese erlesene und liebevoll restaurierte Maschine auf ihrem Internationalen Großflugtag präsentieren zu können. Nach wochenlangem Drähteglühen, Telefonaten und Verhandlungen liegt die Zusage, dass die "Mitchell" am "Tag X" im Westerwälder Luftraum auftauchen wird, inzwischen verbindlich vor. Chef-Organisator Stefan Langer, der sich wie ein Terrier in dieses Projekt verbissen hatte und sich und vielen anderen mit dem "Engagement" dieses "Supervogels" einen Traum erfüllt, kann aufatmen und ist sich sicher: "Das wird eine der Attraktion der Air-Show". Das 440 Stundenkilometer schnelle, 1944 gebaute Kampfflugzeug ist heuer im niederländischen Eindhoven stationiert und operiert unter der zivil-privaten Flagge der dortigen "Duke of Brabant Air Force". Zur Besatzung gehörten weiland sechs Mann, doch in Breitscheid ist die Crew natürlich etwas zusammengeschrumpft. Kampfbeobachter und Bombenschützen beispielsweise braucht man hier ja nun wirklich nicht. Kapitän Hans Dellevoet hat sich mit seiner B-25 J, von der übrigens zwischen 1943 und 1945 4318 Stück hergestellt worden sind, bereits für Samstag, den 28. August, auf der "Hub" angesagt. "Zum Akklimatisieren", wie er augenzwinkernd einräumt. Er und seine "Sarinah" sind so schon beim "Tag der offenen Tür" fester Bestandteil des Flugprogramms, um dann aber bei der eigentlichen Air-Show, die am Sonntag um 13.30 Uhr beginnt, erst recht alle Register zu ziehen. Planung und Gestaltung des Programms sind ein dynamischer Prozess. Tagtäglich werden weitere Gespräche und Verhandlungen geführt, um vielleicht noch das ein oder andere zusätzliche fliegerische "Bonbon" an Land zu ziehen. Mit spektakulären, außerplanmäßigen Überraschungen darf also allemal gerechnet werden. Aber bereits nach dem heutigen Stand der Dinge ähnelt die "Besetzungsliste" einer aeronautischen Wundertüte" - gefüllt mit High-Tech-Maschinen, Oldies, Jets und modernsten Zivil-, Rettungs- und Militär-Hubschraubern. So zählen eine "Transall" sowie Düsentrainer (Galeb und L 39) ebenso zum Auf- und Angebot wie eine betagte, aber unverwüstliche "Tante JU" aus der Schweiz, mit der Rundflüge möglich sind, historische Doppeldecker (Boeing "Stearman") sowie rassige Kunstflugmaschinen aus deutscher, polnischer und russischer Produktion. Die Besucher erwartete ein mehr als dreistündiges Non-Stop-Programm. Ready for Take Off! Weitere Fotos

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